Einkehren im Virtual Retreat Center

Dieser Artikel ist Teil 3 von 3 in der Serie Selbstfürsorge: Kniffs & Tricks & Tipps

Im Oktober des letzten Jahres öffnete (bildlich gesprochen) die Pforte des Virtual Retreat Centers von Jay. Seit dem gibt es dort regelmäßig Tipps und Hinweise hinsichtlich Selbstfürsorge. Warum dies wichtig ist, hatte Melanie bereits in ihrem langen Artikel (inklusive der Diskussion) gezeigt, wo sie über Erschöpfungen von Aktivist_innen schrieb.

Die Prämissen des Virtual Retreat Centers beschrieb Jay im ersten Post wie folgt:

Im Virtual Retreat Center:
> biete ich Ideen für kleinere und größere Auszeiten und Umgangsstrategien mit Erschöpfung,
> tausche ich mich mit euch dazu aus, was Selbstfürsorge für dich persönlich bedeutet und was dich davon abhält,
> stelle ich konkrete kleine Selbstfürsorgebausteine vor,
> beschreibe ich, was Erschöpfung ist und woran du Erschöpfung erkennen kannst,
> stelle ich vor, welche Strukturen und Umstände (äußerlich) und welche Gedanken und Haltungen (innerlich) zu Erschöpfung führen können.

Es geht also in den mittlerweile schon 27 Beiträgen darum, mal einen Schritt zurückzugehen, auf sich zu hören, Entspannung zu erfahren, aber ohne dass dies in einem weiteren Stressfaktor im Leben ausartet. Denn so schreibt Jay in „Das Selbst in Selbstfürsorge„:

In meinem Blog geht es mir nicht darum, euch Wellness-Tipps zu geben, die ihr dann auch noch auf eure To-do-Liste setzt, um brav ein Häkchen dahinter machen zu können. Ich hab selbst immer wieder die Tendenz, Selbstfürsorge als eine weitere Aufgabe zu sehen, die ich auch noch zu erledigen habe. Und wenn ich es nicht hinbekomme, bin ich frustriert und mach mich schlecht, weil ich zu faul bin/ nicht konsequent genug bin/ mich nicht gut genug kümmere…

Aber darum geht es ja nicht wirklich. All die einzelnen Formate (wie Meditieren, Morgenseiten, Spazierengehen, …) sind ja eigentlich nur Möglichkeiten, um mir selbst zu begegnen.

Ich gucke gern auf die Seite, lasse meine Gedanken anregen und mag vor allem die Reihe von kleinen praktischen Tipps. So wurden bisher „Lieblingsauszeiten“ vorgestellt, über die „süße Kunst des Nichtstuns“ und der Methode der „Morgenseiten schreiben“ berichtet. Dabei gilt natürlich immer: Nicht für alle passt alles.

Ich bin eigentlich gern im Internet. Aber neben all den positven Effekten, ist es definitv auch ein Stressfaktor, zum Beispiel durch die ständige Informationsflut. Da ist ein Ort im Netz, an dem die Zeit etwas langsamer vergeht und es zu mindest die virtuelle Möglichkeit des Zurücklehnens gibt, eine schöne Erweiterung meines Online-Alltags. Trotzdem würde ich mich natürlich auch freuen, wenn Jays Vision eines physischen Retreat Center für erschöpfte feministische Aktivist_innen im Jahr 2022 wahr würde.

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