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Ein anti-*istischer Medienradar muss her!

In den letzten Tagen wurde im Netz wieder der Bedarf an einem hatr.org für *istische Werbung laut. Anlass für den aktuellen Ärger war eine Werbekampange der Berliner Sparkasse, die sehr offensichtlich bedauerte, dass sie bald nicht mehr aufgrund des Geschlechts diskriminieren darf. In Wien gibt es derzeit ein Projekt, welches sich mit sexistischen Werbungen auseinandersetzt: Die Werbewatchgroup Wien. In Deutschland gibt es seit einiger Zeit Pink Stinks!, was sich aber in erster Linie auf dargestellte Frauen*-Bilder und den Einfluss auf Mädchen* konzentriert. Eine Watchgroup für *istische Werbung jeglicher Art aber fehlt vollkommen.

Es besteht zwar die Möglichkeit, sich mit einer Beschwerde an den Deutschen Werberat zu wenden. Die Vergangenheit und die Erfahrung haben jedoch gezeigt, dass solche Beschwerden kaum zu Konsequenzen führen. Vielmehr lehnt der Werberat diese mit sehr fragwürdigen und bagatellisierenden Begründungen ab. Eine erfolgreiche Beschwerde ist aber die Voraussetzung dafür, dass dieser das werbende Unternehmen zur Änderung oder Einstellung der Werbung auffordert.

 

Kackwerbung in Berlin
Das Bild zeigt ein Werbeplakat auf einer Litfassäule. Auf diesem ist eine Frau von hinten abgebildet, die eine Hotpants und Pumps trägt und breitbeinig auf einer Landebahn steht. In der rechten und linken Hand hält sie ein Lotsenschild. Zwischen den Beinen steht eine überdimensional in Szene gesetzte Flasche Axe-Deo. Darunter befindet sich folgender Slogan: „Reizt Frauen! Nicht die Haut!“ In der Ferne sieht man – ebenfalls zwischen den Beinen positioniert – einen Mann mit einer Pilotenbrille und Helm am Himmel, der die Arme ausgebreitet hat und auf die Frau zufliegt und offensichtlich das „Zwischen den Beinen“ als Ziel anvisiert. (Foto: Charlott)

Wir wollen deshalb eine Sammlung *istischer Werbung anlegen, um die Ausmaße deutlich zu machen und *istische Strategien offen zu legen. Wir erhoffen uns, kontinuierlich Aufmerksamkeit auf das Thema richten zu können. Auf einer einzurichtenden Seite könnten Werbungen gesammelt werden sowie auch Kritiken an der Arbeit des Werberats (bzw. dessen [Nicht-]Arbeiten) dokumentiert werden. Es könnte Platz geben für Analysen und Erklärungen. Noch ist vieles offen und ihr seid gefragt:

Femgeeks möchte die Gründung einer Watch-Group initiieren und interessierte Menschen dazu ermuntern, dieses Projekt gemeinsam mit uns zu entwerfen, zu planen und praktisch anzugehen. Für einen ersten Austausch wurde bereits eine Mailingliste eingerichtet, bei der ihr euch anmelden könnt, um die Gründung und Etablierung einer solchen Plattform aktiv voran zu treiben (eure Anmeldung muss durch eine Moderatorin bestätigt werden, bitte habt also etwas Geduld). Darüber hinaus könnt ihr natürlich eure Ideen und Anregungen auch hier in die Kommentare schreiben.

Wir freuen uns auf eure Vorschläge und eure Mitarbeit und sind gespannt, wie sich das Projekt entwickeln wird.

8 Antworten auf „Ein anti-*istischer Medienradar muss her!“

Angemeldet!

Für mich als Werbetreibenden ist es immer wieder erschreckend, mit welcher Selbstverständlichkeit meine KollegInnen *istische Ideen vorschlagen oder auf einschlägigen Werbe-Portalen liken. Wer sich dagegen ausspricht, wird meist belächelt und auf Grund seiner Einstellung als unlustig oder als Spaßverderber (Stichwort: Gutmensch) hingestellt. Wobei die Schuld nicht nur bei den Werbetreibenden liegt, sondern auch bei den Kunden (und deren *istischen Zielgruppen), die für solche Ideen bezahlen und im Endeffekt grünes Licht für die Umsetzung geben. Den meist darauf folgenden Shitstorm genieße ich dann mit Wonne. Wobei das Ziel sein sollte, das solche Ideen weder aufkommen, noch umgesetzt werden.

Großartig! Auf so etwas habe ich gewartet. Auch ich habe vor einigen Monaten die Werbewatchgroup aus Österreich entdeckt und war verwundert darüber, warum es in Deutschland bislang noch nicht so ein Kollektiv gab, wo doch inzwischen so viele Shitstorms durch die Medien gingen.

Danke für eure tolle Arbeit!

Super Aktion! Ich weiß bloß nicht, ob ich mich noch auf eine Mailingliste setzen lassen will. Schon jetzt widme ich den einkommenden Mails manchmal nicht die Aufmerksamkeit, die sie verdient haben :( Ich wollte nur anmerken, dass auf dem Gebiet ja schon eine Menge gemacht worden ist. Um eine möglichst breite Basis zu bekommen, würde ich vorschlagen auch Menschen aus dem Bürgertum anzusprechen. Hier hab ich grad erst den „Master of Wisdom“ kennengelernt. Jetzt mal von dem Namen an sich – der ja auch schon mal kritikwürdig ist – abgesehen, halte ich ihn und ähnliche Akteure für gute Multiplikatoren.

auch angemeldet…
einfach nur unfassbar, wie sexismus weit und breit überall statt findet und teilweise nichtmal bemerkt wird… wir leben in einer verdrehten wertewelt…schrecklich..macht einen so traurig.. kaum jemand zeigt tiefe gefühle, gedanken, hirn & herz…

bannt sexismus aus eurer scheiß werbung..

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