„Antwortest du dem Troll?“ oder mein erstes Spielchen

Dieser Artikel ist Teil 2 von 2 in der Serie Abenteuergeschichten: Von Diamanten und Kommandos

Im ersten Beitrag der Reihe habe ich ja meine Programmierlernpläne kundgetan. Seit fünf Tagen bin ich nun dabei und nach erster Euphorie, dann Frust, kam und blieb doch bisher der Spaß.

Als allererstes habe ich bei CodeSchool mich durch „Try Ruby„, welches überings kostenlos ist, gefuchst. Das war sehr hübsch und auch wenn es dann doch schnell komplexer wurde, blieb es doch verständlich. Schnell durchgespielt, wollte ich natürlich weiter machen und stand nun vor dem Problem herauszufinden, welches Modul bei Codeschool nun das richtige ist. Eine wirklich Reinfolge wird nicht empfohlen. Klickt mensch auf die die verschiedenen Module wird angezeigt, welche Vorkenntnisse verlangt werden. Das hilft auf jeden Fall bei der Auswahl, aber was macht mensch, wenn auch beim grundlegenden „Ruby Bits“ (schon mit das niedrigschwelligste) neben „Try Ruby“, „Basic Programming Knowledge, Basic Ruby Knowledge“ empfohlen werden?

Ich hab es trotzdem angefangen. Obwohl mein grundlegendes Programmier- und Ruby-Kenntnisse einzig aus „Try Ruby“ stammten, welches ich Minuten zuvor beendet hatte. Hier bin ich dann aber doch schnell an meine Grenzen gestoßen, auch wenn ich hin und wieder vollkommen unerwartet auch mal Dinge richtig machte und laut aufjuchzte „Haha, das läuft ja!“.

Als die Verzweiflung überwog wandte ich mich Codecademy zu und wurde glücklich und frohgemut. Da sind die Kurse doch noch einmal um ein vielfaches grundlegender. Nachdem ich aber schon meinen halben Tag mit Gedanken zu Ruby verbracht hatte, ging mir eh vieles leicht von der Hand. Lustigerweise besonders der Javascriptkurs, den ich ausversehen angeklickt hatte. Und in jenem Track durfte ich dann auch mein erstes textbasiertes Spielchen basteln. Also ein Spiel in dem erst durch Text eine Situation dargestellt wird, dann der_die Spieler_in gefragt wird, wie sie reagiert (am besten durch eine Ja/Nein-Frage) und dann je nach Frage eine andere Antwort kommt. Das kann mensch natürlich unendlich lang machen.

In der Übung ging es nur um das Prinzip: Es sollten die Spieler_innen erst nach dem Alter gefragt werden, bei Minderjährigkeit kam es zu einer Warnung und dann kam der Spieltext und die alles entscheidene Frage. Im Beispiel warem Batman und Schneewitchen (die natürlich auch sofort keine Rolle mehr spielte) unterwegs. Der_die Spieler_in trifft auf sie und muss entscheiden, ob mensch sich bereit für eine Prügelei mit Batman fühlt. Das positive: Bei der Antwort „Nein“ gab das Spiel die positvere Rückmeldung.

Im letzten Schritt konnte mensch dann endlich die eigene Story einbringen. Ich entschied mich für folgendes Setting:

Du schreibst einen großartigen queer-feministischen Blog. Heute hast du endlich mal wieder Zeit gefunden um einen fundierten Beitrag online zu stellen. Nach ein paar Stunden lugst du in die Kommentare und siehe da: Ein Troll!

Die Frage an die Spieler_innen:

Reagierst du auf den Troll

Und auch bei mir gab es je nachdem, ob die Antwort „Ja“ oder „Nein“ lautete verschiedene „Enden“.
Bei Ja:

Ha, dem hast du es sicher gegeben mit deiner tollen Art. Deine Leser_innen freuen sich bestimmt über deine wütende_clevere_bissige_lustige_berührende Antwort.

Bei Nein:

Sehr gut. Ignorieren und_oder an hatr.org schicken, kann manchmal Wunder für die Seele wirken.

Die Moral meiner kleinen feministischen Erzählung? Niemals Betroffenen von Trolls/Diskriminierungen/Anwürfen vorhalten, wie sie sich zu verhalten haben. Und: Bei mir dürfen auch mal alle Gewinner_innen sein.

Wollt ihr auch solche Spielchen machen? Das lernt sich schneller, als was mensch annimmt: Bei Codecademy ist es beim Javascript lernen schon der Abschluss des ersten Moduls! Also schnell hin und teilt doch eure Spielideen hier in den Kommentaren.

Weitere Artikel in dieser Serie<< Abenteuergeschichten: Von Diamanten und Kommandos