Was die NSA kann, kann Twitter schon lange!

Twittersuche, Überschrift: „Anzeigen, was jetzt gerade passiert.“ Darunter im Suchfeld: „ÜBERWACHEN“

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Bei Facebook (und der NSA) ist es schon lange Standard: Das Tracking, also Weiterverfolgen der Nutzer_innen, über die eigene Seite hinaus. Nun zieht Twitter nach, berichtete gestern abend BoingBoing. Zumindest in den USA werden künftig Daten mit Werbetreibenden ausgetauscht – basierend auf Cookies von Drittseiten oder sogar der E-Mailadresse.

Advertising Age zitiert Kevin Weil, „Leiter der Produkterlöse“ mit den Worten „es ermöglicht wirklich nur unseren Werbepartner_innen, uns Daten auf privatsphäre-achtendem Weg zu geben“. Wie privatsphäre-achtend dieser Deal am Ende in der Realität ist, wird sich zeigen.

Anders als etwa Facebook zeigt Twitter immerhin gleich einen Weg auf, wie das Tracking abgestellt werden kann. In den Einstellungen das Häkchen neben „Gesponsorter Inhalt“ entfernen. Auch einen Hinweis auf Do Not Track („Nicht Aufspüren“) gibt es – das Webäquivalent zum Briefkastenaufkleber „Keine Werbung einwerfen“. Damit gibt Twitter seinen Nutzer_innen immerhin etwas Entscheidungsmacht zurück. Sie müssen sich dennoch bewußt um das Opt-out kümmern, denn die Option ist standardmäßig eingeschaltet.

Screenshot der Twittereinstellungen. Neben dem Kasten „Gesponsorter Inhalt“ ist ein roter Pfeil.

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Sollte Twitter auch in Zukunft in die Fußstapfen von Facebook treten, droht die noch genauere Messung des Werbeerfolgs. Dann wird getrackt, ob auf den Klick auch ein Kauf folgt oder eine andere „vom Werbenden gewünschte Handlung“. Klick, klick, die Unterordnung der Menschen im Internet unter die Diktatur des vorgegebenen (Kauf-)Verhaltens. Fraglich ist auch, ob Twitter die Firmenpolitik durchziehen wird und weiterhin zumindest die Möglichkeit offen lässt, bei Neuerungen den Opt-Out zu wählen.

Am Ende hilft zumeist: Sich nach der Nutzung von Webseiten konsequent auszuloggen.