Rails Girls: Mehr Ideen für ein abwechslungsreicheres Netz

Ninia LaGrande lebt und arbeitet in Hannover. Auf ihrem Blog schreibt sie über das Leben, Großstadtgeschichten, Feminismus, Kunst, Musik, Fotografie, Mode und Politik. 2013 wurde das Blog zum Vize-Tagebuchblog des Jahres gewählt. Um eigene kleine App-Ideen selbst umsetzen zu können und die HTML-Bruchstücke im Kopf besser zusammensetzen zu können, wollte sie coden lernen. Deshalb nahm sie am zweiten Rails Girls Workshop in Frankfurt teil.

Schon vor über einem Jahr hatte ich das erste Mal von den Rails Girls gelesen und gedacht: „Mensch, vielleicht wär das mal ganz cool, dort mitzumachen.“ Obwohl ich zugebenermaßen relativ wenig Ahnung von Coden, Programmiersprache und Applikationen hatte, fand ich das Ziel der Workshop-Anbieterinnen toll, Frauen dabei zu unterstützen, mehr eigene Sachen für das Netz zu entwickeln und sich so sichtbarer zu machen.

Ninia bei den Rails Girls

Ninia bei den Rails Girls

Dann sah ich, dass einer der nächsten Workshops in Frankfurt stattfinden sollte – praktisch, so konnte ich das Ganze mit einem Freundinnen-Besuch verbinden. Die Rails-Girls-Workshops sind kostenlos und werden von verschiedenen Firmen finanziell gesponsert. Sie dauern immer zwei Tage, wobei der erste Abend dazu da ist, sich kennenzulernen und sicher zu stellen, dass alle die richtige Software komplett installiert haben. Schon hier empfand ich die Atmosphäre als sehr angenehm. Ein Coach klickte sich gemeinsam mit mir durch die Programme und beantwortete geduldig alle meine Fragen. Ich fühlte mich willkommen und ernstgenommen. Das finde ich wichtig, besonders bei einem Workshop, der Mädchen und Frauen ermutigen soll.

Der nächste Tag bestand aus abwechslungsreichen, kurzen Einführungen in diverse Themen rund um’s Programmieren und Coden. Frauen, die im Jahr zuvor das erste Mal mit Ruby gearbeitet haben, waren nun als Coaches dabei und stellten ihre tolle Arbeit vor. Das hat mich beeindruckt und gleichzeitig motiviert – wenn die das können, dann kann ich vielleicht auch schon bald eigene, kleine Apps entwickeln. Also ab an die Laptops und los ging’s.

Gemeinsam mit den Coaches gingen wir das Rails Girls App Tutorial durch. Mir war nicht wichtig, jeden Schritt bis ins kleinste Detail zu verstehen – ich wollte etwas „schaffen“. Mit der Idee im Hinterkopf ging ich das Tutorial soweit durch wie notwendig und versuchte dann, meine App-Grundlage so anzupassen, wie ich mir das vorstellte. Die Coaches waren super und bei jeder Gelegenheit da, um weiterzuhelfen, wenn wir gerade irgendwo feststeckten. Je mehr ich mich reinarbeitete und je mehr ich ein richtiges Ergebnis von den Codes, die ich schrieb, sah, umso stolzer wurde ich. Am Ende des Tages stellten einige Frauen ihre großartigen Ideen vor der ganzen Gruppe vor. Ich traute mich auch und wurde mit dem Buch „Weniger schlecht programmieren“ belohnt, das sich auch für Anfängerinnen wie mich zu lesen lohnt.

Eine App im Entstehen

Eine App im Entstehen

Insgesamt empfand ich den Workshop als sehr empowernd und lehrreich. Obwohl jede vor ihrem eigenen Laptop saß, unterstützen wir uns gegenseitig und erstellten viele, kleine, sehr spannende Ideen. Allein und zuhause wär ich wahrscheinlich nie auf die Idee gekommen, einfach mal das Tutorial durchzugehen und hätte nach den ersten Problemchen aufgegeben. Dank des Workshops und der Unterstützung durch die Coaches schlummert jetzt eine erste App auf meinem Laptop, die irgendwann, wenn sie fertig ist, für jeden Tag eine tolle, starke Frau vorstellen soll. Wenn ich noch ein bisschen weiter dran gearbeitet habe, werde ich das Ganze auf Github stellen und wer mag, kann sich dann daran beteiligen.

Wer selbst einmal einen Rails Girls Workshop machen möchte, kann sich hier über die nächsten Termine und Orte informieren. Wer zuhause schon einmal anfangen will, findet hier das Setup Rezept. Eine erste Einführung kann eine auch schon online machen. Und das komplette Rails Girls Tutorial gibt’s hier.