Eine charmante Diebin: Bandette

Eine Frau in einem roten Kleid über einem schwarzen Ganzkörperanzug und einem gelb-schwarzem Cape läuft auf Zehenspitzen durchs Pariser Louvre, vorbei an dem Bild "Die Freiheit führt das Volk" von Eugène Delacroix.

Promobild von Monkey Brains

Wer schleicht so spät durch Paris und hat ein diebisches Vergnügen daran? Es ist Bandette mit ihren „Schmuddel­kindern“. Seit Sommer letzten Jahres wirbelt die Meisterdiebin/Superheldin die Gendarmerie durcheinander. Wie es sich für beide Professionen gehört, in einem schicken schwarz-rotem Kostüm, mit patenter Perücke, Maske und Cape. Anders als einsame Rächer setzt sie aber auf Teamarbeit: Vom Pizzalieferanten bis zur Ballerinentruppe hat sie im Zweifelsfall wagemutige Unterstützer_innen. Mit ihnen trotzt sie der Verbrecher_innenbande FINIS (lat. Tod), die ihren Namen auch als Drohung sehen.

Mit der Serie Bandette haben Autor Paul Tobin und Zeichnerin Colleen Coover ein wunderbar nostalgisches und gleichzeitig modernes Comic-Abenteuer geschaffen. Kein Wunder, ist Coover doch bisher vor allem durch Small Favors: Girly Porno Comic bekannt geworden und engagiert sich für LGBT-Repräsentation in der Comic-Branche.

Bandette gefällt dabei augenscheinlich nicht nur mir, denn im Mai wurde die Serie für gleich vier Will Eisner Comic Industry Awards nominiert:

  • Best New Series (beste neue Serie)
  • Best Digital Series (beste Digitalserie)
  • Best Penciller/Inker (beste Vorzeichnerin/Tuschezeichnerin)
  • Best Coloring (beste Farbgebung)

Wieviele es davon am Ende gibt, wird am 19. Juli auf der „Comic-Con International: San Diego“ verraten. Außerdem wird Dark Horse im November die ersten fünf Comics sowie weitere Geschichten der „Schmuddelkinder“ in einem Printband auflegen. Bisher ist Bandette nur online bei Comixology erhältlich. Auch eine deutsche Übersetzung gibt es leider (noch?) nicht.