Deadpool 2

Deadpool 2

Als Deadpool 2016 auf einer Welle aus digitalem Blut über die Kinoleinwand surfte war er zugegebenermaßen ganz unterhaltsam. Infantiler, zotiger Humor gepaart mit flotten Actionszenen und vielen Anspielungen auf das Superheld*Innen Genre. Für alle, denen die Masse an Marvel und DC Filmen auf die Nerven ging, war das eine willkommene Abwechslung bis Abrechnung. Doch schon der erste Teil hatte einige problematische Macken. Die Damsel in Distress Trope, bei der Deadpools Freundin sogar noch wie Schneewittchen in den Glassarg gesperrt wird, ist da nur das Offensichtlichste.

Nun legt 20th Century Fox nach und bringt die Fortsetzung in die Kinos. Wade Wilson alias Deadpool verdingt sich immer noch als Auftragskiller und metzelt sich durch Heerscharen von Gangsterns. Freundin Vanessa möchte mit ihm ein Baby zeugen und während Wade schon darüber nachdenkt, wie er sein Kind nennen soll, kommt das Unheil zur Tür hinein. Deadpools Versuch bei den X-Men einzusteigen scheitert kläglich, also gründet er sein eigenes Team. Denn der miesgelaunte Zukunftssoldat Cable hat es auf einen kleinen Jungen abgesehen und das will Deadpool verhindern.

Frontales Bild von Schauspielerin Zazie Beetz als Domino

Neu dabei, tritt Ärsche, aber bekommt sonst wenig Tiefe: Domino. | Bild: 20th Century Fox

Deadpool 2 ist eine Fortsetzung wie sie im Buche steht. Kaum etwas wird an der Formel des ersten Teils geändert. Es hagelt immer noch bissige Seitenhiebe auf andere Superheld*Innen. Das computeranimierte Blut spritzt, es rollen reichlich Köpfe und alberne Szenen werden gemütlich ausgekostet. Der Soundtrack erzeugt die jeweilige Stimmung mit dem Vorschlaghammer. Insgesamt wirkt der Film auch bei weitem nicht mehr so frisch und leicht wie sein Vorgänger. Einige Szenen ziehen sich, nicht alle Gags sitzen. Das Schwanken zu etwas mehr Ernsthaftigkeit im Plot schadet eher.

Konnten wir uns im ersten Teil zeitweise noch an Nebenfiguren wie Colossus und Negasonic Teenage Warhead erfreuen sind diese nur noch nervig oder kaum der Rede wert. Das tokenhafte Einfügen von Queerness verstärkt diesen Eindruck nur. Stattdessen werden munter neue Figuren eingeführt von denen Zazie Beetz’ Domino noch die beste ist. Leider bekommt sie außer ein, zwei netten Actionsequenzen wenig Aufmerksamkeit und wirkt so – wie fast alles in dem Film – lediglich wie Beiwerk.

Negasonic Teenage Warhead bekommt von Deadpool einen Nasenstupser

Fan Favourite Negasonic Teenage Warhead aus dem ersten Teil ist auch wieder dabei. | Bild: 20th Century Fox

Am Ende ist Deadpool 2 ein vor allem für weiße cis Männer unterhaltsames Action-Geblödel. Da wäre mehr drin gewesen. Wir werden sehen, ob “Antman & The Wasp” es besser machen wird.