R.I.P. Sally Ride

Die erste US-Astronautin, Sally Kristen Ride, ist am 23. Juli im Alter von 61 Jahren an den Folgen einer Bauchspeicheldrüsenkrebs-Erkrankung gestorben. Zeit ihres Lebens hat Ride ihr Privatleben aus der Öffentlichkeit herausgehalten. Erst in ihrer Todesanzeige erfuhr die Welt davon, daß sie seit 1985 in einer Beziehung mit ihrer Jugendfreundin und Geschäftspartnerin Tam O’Shaughnessy lebte. Als lesbisch hat sie sich jedoch nie bezeichnet, ihre Schwester Bear Ride betont: „Sally hat keine Labels benutzt.“

Sally Ride in der Challenger, wie sie kommuniziert

(c) U.S. National Archives and Records Administration

Ride wurde als eine von sechs Frauen in der 35 Personen starken Astronaut_innengruppe der NASA von 1978 – die inoffiziell „Thirty-five new guys“ genannt wurde – nominiert. Mit der Mission STS-7 flog sie im Juni 1983 das erste Mal ins All, ein zweites Mal im Oktober 1984 mit STS-41-G, beide Male an Bord des Space Shuttle Challenger. 1987 verließ sie die NASA und arbeitete u.a. als Forscherin und Professorin für Physik an der University of California. Sie war sowohl an der Untersuchungskommission zur Challenger-Katastrophe als auch zum Absturz des Space Shuttle Columbia beteiligt.

Ein besonderes Anliegen Rides war es, Kinder und Jugendliche für Naturwissenschaft zu begeistern. Ihre Firma Sally Ride Science, gegründet 2001, produziert Lehrmaterialien und bietet Programme für Kinder, Jugendliche und Lehrer_innen an.

Ride wurde in einer Zeit Raumfahrerin, in der Frauen in technischen Berufen noch mit massivem und offenem Sexismus zu kämpfen hatten. Ich hoffe, daß zukünftige Astronaut_innen freundlichere Bedingungen vorfinden, wenn es um einen offenen Umgang mit Nicht-Hetero-Sexualitäten geht, und daß es eines Tages selbstverständlich ist, daß LGBTQ* überall sind – auch im Weltraum.

In diesem Video vom Juni 2008 erinnert sie sich an ihre Flüge ins All: