Playmobil: Der Film

Playmobil: Der Film

Nachdem das dänische Spielzeugunternehmen Lego bereits mit mehreren Kinofilmen große Erfolge feierte, zieht die deutsche Firma Playmobil jetzt mit ihrem eigenen Film nach. Herausgekommen ist eine unterhaltsame Abenteuergeschichte aus weiblicher Perspektive.

Marla und Charlie in der realen Welt.
Marla und Charlie in der realen Welt. | Copyright: Concorde

Die 18-jährige Marla hat’s nicht leicht: Nachdem ihre Eltern bei einem tragischen Unfall ums Leben kamen, muss sie sich alleine um ihren kleinen Bruder Charlie kümmern. Dabei hatte sie sich bereits ein Ticket für eine aufregende Weltreise gekauft. Nun ist stattdessen im frustrierenden Job- und Haushaltsalltag gefangen und auch Charlie strapaziert ihre Nerven.

Nach einem heftigen Streit zwischen den beiden büxt Charlie aus und erkundet die nächtliche Stadt auf eigene Faust. Marla findet ihn schließlich in einer Spielzeugausstellung. Doch bevor sie Charlie nach Hause bringen kann landen die beiden auf wundersame Weise als Figuren in einer Playmobilwelt. Diese wird vom tyrannischen Maximus regiert, der Charlie kurzerhand entführt. Zusammen mit dem leicht verpeilten Del macht sich Marla auf den Weg, ihren Bruder zu retten und erlebt so doch noch ihre Weltreise.

Marla in der Playmobil Welt | Copyright: Concorde
Marla in der Playmobil Welt | Copyright: Concorde

Für die Produktions des Film zeichnet sich Lino DiSalvo verantwortlich, der zuvor für Disney Filme wie Frozen oder Tangled als Animationschef gemacht hatte. Das merkt man dem Film an allen Ecken und Enden an. Gleich zu Beginn steigt der Film mit einer Musical-Nummer ein, die Marlas Entdeckerinnendrang und ihre Vorfreude zeigt. Auch im weiteren Verlauf des Films wird immer wieder gesungen und getanzt. Hinzu kommen Figuren und Regionen, die man nur allzu gut kennt: Schurken, die ohne große Begründung fies sind oder Feen in bunten Schlössern, die der Protagonistin helfen. Glücklicherweise belässt es DiSalvo jedoch nicht dabei sondern bringt auch einiges Neues in die Geschichte ein.

Charlie fühlt sich in der Playmobil-Weöt als Wikinger pudelwohl | Copyright: Concorde
Charlie fühlt sich in der Playmobil-Weöt als Wikinger pudelwohl | Copyright: Concorde

Auf ihrer Rettungsmission beweist sich Marla als Geheimagentin, freundet sich mit einem Roboter an und statt zu einer fragilen Prinzessin wird sie am Ende zur toughen Kriegerin. Nicht durch körperliches Training sondern weil sie ihre Fantasie, ihren inneren Geek wieder findet. Gut, das ist schon wieder etwas Disney-typisches, wir erinnern uns an “Hook” mit Robin Williams. Aber für Frauen in Disneyfilmen ist es durchaus etwas Neues.

Aus den Nebenfiguren hätte man mehr machen können | Copyright: Concorde
Aus den Nebenfiguren hätte man mehr machen können | Copyright: Concorde

Klar, der Film ist nicht besonders anspruchsvoll und die feministischen Ansätze sind auch nur geringfügig vorhanden. Generell hätte eine Person of Color im Maincast dem Film auch gut getan. Stattdessen bekommen wir einen eher mäßigen Matthias Schweighöfer-James Bond Verschnitt. Naja. Wer kann, schaut die englische Fassung, dann ziehen auch die Songs etwas mehr.

Aber insgesamt ist “Playmobil: Der Film” ein unterhaltsamer Familienfilm mit weiblicher Perspektive und ein Loblied auf das Spiel mit der eigenen Fantasie.