Eine App zu „Women’s Human Rights“

Es gibt so viele UN-Dokumente, die sich mit den sogenannten „Women’s Human Rights“ (also Frauen-Menschen-Rechten) beschäftigen. Der sehr ungünstige Titel soll deutlich machen, dass es um Menschenrechte geht, die spezfisch Frauen betreffen, die hier gedachte „Frau“ ist aber zu meist Hetero und Cis – außerhalb der Zweigenderung wird gar nicht gedacht.

Trotzdem kann es immer mal wieder praktisch sein einen Blick auf diese Unterlagen zu werfen, um wenigstens zu sehen, was die aktuelle Rethorik zu einer bestimmten Thematik ist, welche legalen Grundsätze es gibt, oder wann es das letzte Mal Erklärungen zu einem Thema gab. Passend dazu hat das Eidgenössischen Departement für Auswärtige Angelegenheiten gemeinsam mit dem Schweizer Kompetenzzentrum für Menschenrechte die App W’sHR entwickelt. Diese gibt es für Apple, Android und Blackberry Geräte. Bisher leider nur auf Englisch.

In der App werden auf unterschiedliche UN-Dokumente zurückgegriffen, sowie auf eine Reihe von regionalen Vereinbarungen beispielsweise der African Union oder dem Europäischen Rat. Es kann nach über 100 Schlagworten gesucht werden und es findet sich dann eine Übersicht zu dem Thema, eine Auflistung mit Kernzitaten aus den entsprechenden Dokumenten und auf welche Sprachregelungen sich geeinigt wurde.

Ein Beispiel: Ich suche nach dem Themenblock „Stereotype“. Ich finde „Stereotyped roles for men and women“. Bei der Übersicht gibt es eine kurzer Erklärung, was mit dem Begriff hier gemein ist und das Stereotype als wesentlicher Hinderungsgrund für Geschlechtergerechtigkeit angesehen werden. Deshalb geht es gegen diese vorzugehen. Unter dem Reiter „Legal Basis“ finden sich dann Zitate aus den CEDAW-Vereinbarungen von 1979 und der Konvention für Menschen mit Behinderungen aus dem Jahr 2006. Mit einem weiteren Klick kommt eine_r zu Zitaten aus regionalen Dokumenten wie dem „Protocol to the African Charter on Human and Peoples“ von 2003. Die Konventionen an sich sind natürlich auch immer verlinkt. Daneben findet sich dann noch die „Agreed Language“.

Da eine_r nicht wissen muss, nach welche konkreten Dokumenten gesucht werden sollte, hat die App auch klare Vorteile gegenüber der einfachen Suche bei Google oder anderen. Die App bietet einen schnellen Überblick über den aktuellen Stand und zu mindestens einen Ausgangspunkt für detailiertere Suchen und Auseinandersetzungen.

via Frauenrat