Spieltipp: Broken Age

Ich liebe Computerspiele. Meine begrenzte Zeit lässt es zwar leider nur zu, dass ich so etwas wie eine Gelegenheits-Spieler_in bin, aber das hält mich nicht davon ab immer wieder die Augen nach neuen hübschen Spielen offen zu halten, die ich dann horte für diesen Tag in der Zukunft, wo ich mal nichts zu tun habe und nur spielen werde. Broken Age ist eines dieser Spiele. Und dieses hat es sogar geschafft, dass ich es zeitnah nach Erwerb begonnen habe zu spielen – und dann ziemlich direkt durchgespielt habe.

Das Spiel, welches über eine Kickstarter-Kampagne finanziert wurde, meines Lieblings-Entwicklungsstudios Double Fine ist ein liebevoll umgesetzte Click-and-Point Adventure. Am 28. Januar erschien der erste Teil, der zweite soll folgen, doch wann genau steht leider noch nicht fest. Für mich einer der wenigen Wermutstropfen zum Spiel.

Broken Age erzählt parallel zwei Geschichten, welche entweder nacheinander oder im Wechsel gespielt werden können, und welche sich natürlich als verknüpft herausstellen, auch wenn dies zu Beginn sehr abwegig erscheint, so unterschiedlich sind die Welten der Protragonist_innen Shay und Vella. Shay lebt (mehr oder weniger) allein auf einem Raumschiff, wo sein Alltag aus dem Spielen fiktiver Missionen besteht. Vella hingegen wohnt in einem kleinen Dorf, welches sich auf ein Opferfest vorbereitet, in welchem auch Vella dem Monster Mog Chothra dargeboten werden soll. Beiden Figuren gleich ist der Wunsch sich nicht ihrem so klar vorgezeichnetem Schicksal ergeben zu wollen, sondern gegen dieses anzukämpfen.

Viel mehr kann ich hier eigentlich nicht zur Handlung sagen, da dies nur spoilern würde, und das Spiel gerade auch von der Handlung lebt. Die Rätsel, welche gewöhnlich ja auch ein Kern eines Click-and-Points sind, werden bei vielen Tests als zu einfach eingestuft. Ich fand es eigentlich sehr schön durch diese – handgemalte – Welt zu wandern und die bis auf an wenigen Stellen durch einfache Logik weiterzukommen und mal nicht frustriert festzusitzen. Es macht auch viel Spaß den (sehr gut vertonten) Dialogen zu lauschen und immer neue Figuren kennenzulernen, wie den sprechenden Baum, der in allen Menschen nur Axt-schwingende Mörder_innen sieht.

Und dann auch die Freude: Ein Spiel, in welchem eine Hauptfigur, tatsächlich ein Mädchen of Color ist. Wie häufig passiert das? (Hint: Leider viel zu selten.) Bei der Vorschau hatte ich mich noch etwas geärgert, dass in der Geschichten-Aufteilung natürlich das Mädchen eher durch die Natur ™ und Dörfer läuft, wohingegen der Junge in seiner Technikumgebung sitzt. Doch so einfach werden dann im Spiel diese Dichotomien nicht aufrecht erhalten, sondern werden Sehgewohnheiten auch immer wieder gebrochen. Aber da wären wir wieder bei Inhaltspunkten: und die will ich ja nicht vorwegnehmen.