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Der geekfeministische Jahresrückblick

Dieser Artikel ist Teil 18 von 48 in der Serie Community Monday

Am ersten Montag im Monat werfen wir ein Thema in die Runde, ob aktuell oder zeitlos, über das wir uns gern mit euch austauschen wollen. Rege Beteiligung mehr als erwünscht!

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Der Dezember ist irgendwie die klassische Zeit der Jahresrückblicke, allgemein und themenspezifisch, sind sie weithin zu lesen, anzuschauen und zu hören. Und wie jedes Jahr bin ich erstaunt, was in diesem Jahr alles war. Ich kann mich oft kaum daran erinnern. Würde es spontan ganz anderen Jahren zu ordnen.

Ein paar Dinge bleiben dann aber doch. Leider, wie ich beim überlegen gerade feststellen muss, aus feministischer Perspektive, gar nicht mal so viel Gutes. Und die geekige Seite kam bei mir leider etwas zu kurz dieses Jahr.

Ganz vorn steht für mich die Mitgründung diese wunderbaren Blogs. Die Zeit davor. Ich erinnere mich an Zweifel, ob so ein Projekt, weit weg von zu Hause überhaupt eine gute Idee ist. Und ich erinnere mich an das Trauen und die wunderbaren Erfahrungen, das tolle Feedback. Ich erinnere mich an schöne und lustige Chattreffen, mitten in der Nacht, die mich aber kein Stück müde machten. Hach femgeeks <3, danke für die tolle Zeit. Ich freu’ mich auf mehr!

Ebenso ein Highlight, das tolle anti*istische Medienradar-Projekt. Für das ich dann zwar leider keine Zeit mehr übrig hatte, von dem ich aber hoffe, dass es im nächsten Jahr nochmal neuen Wind bekommen wird.

Und für mich ein wichtiges, feministisches Signal in diesem Jahr. Die Wiederwahl von Barack Obama als Präsident. Nach all den Schauergeschichten aus dem republikanischen Lager, ein Moment zum Durchatmen.

Doch leider hat so ein Jahr, wie schon gesagt, nicht nur Tolles zu bieten. Mir fallen da spontan ein: Erschütternde Gerichtsurteile, die einer den letzten Glauben in Gerechtigkeit, wie sie in Deutschland zu haben ist, zweifeln lassen. Garniert mit Ausführungen darüber wie richtig, der aktuellen Gesetzgebung entsprechend, Entscheidungen sind. Anstatt zu diskutieren, wie schief die aktuelle Gesetzeslage vielleicht ist.

Sexistische Werbung ohne Ende, auch von „Weltverbesser_innen“. Kläglich geringe Beteiligung, wenn überhaupt, von Frauen* auf Conventions, Tagungen, Festspielen. Immer wieder erbärmliche Versuche der Erklärung von vielen, während einige es hinbekommen, aber keine_r sich ein Beispiel zu nehmen scheint.

Drakonische Strafen für mutige feministische Aktivist_innen in Russland. Begleitet von einer Welle der Sympathie, der eine nicht nur positiv Gegenüberstehen konnte.

Und – ich hör ich auf. Denn das ist immer noch ein Community Monday. Deswegen jetzt: Was sind eure tollsten, geekigen, feministischen Momente des Jahres, was sind eure Facepalmtrigger, eure Aufreger?

Und worauf hofft oder freut ihr euch im nächsten Jahr? Bei mir ist das nämlich z.B. wieder mehr Zeit spielend am Rechner zu verbringen. Denn das hat mir wirklich gefehlt! Also lasst euch von meinem Mangel an geekigen Erlebnissen in diesem Jahr nicht entmutigen, hier auch ganz viel geekiges reinzuschreiben!

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